100. Zürcher Kunstturnertag

Am vergangenen Wochenende zeigten die Luzerner RLZ-Turner in Neftenbach bei Winterthur anlässlich der 100. Zürcher Kunstturnertage ihr aktuelles Können.

Ausgeglichene P2 Truppe
Die P2-Turner mussten um 5 Uhr aufstehen, denn der Wettkampf begann bereits am Samstagmorgen um 8 Uhr! Da Neftenbach als Qualifikationswettkampf für die Schweizerischen Kader zählt, waren Turner aus der ganzen Schweiz am Start. Die Luzerner P2-Turner bewiesen einmal mehr, dass sie eine ausgeglichene und tolle Truppe sind. Alle sind auf dem gleichen Niveau. Jeder kann jeden schlagen, was gegenseitig enorm anspornt.

Ihr Trainer Silvan Honauer betreute die Turner engagiert und fieberte bei jeder Übung mit. In der Endabrechnung gab’s für Marvin Frank (74.05 Pkt.), Michel Furrer (73.65 Pkt.) und Linus Wolfisberg (73.60 Pkt.) die Plätze 19, 20 und 21. Während Marvin vor allem an den Ringen und am Barren brillierte, zeigte Linus am Boden alle Bonus-Elemente inklusive Standbonus. Michel turnte sehr konstant und praktisch ohne Fehler. Am Abschlussgerät Pferdpauschen fehlte ein wenig die Kraft, um die Zusatzübung (Wandern am Langpferd) erfolgreich durchzuturnen. Silvan Honauer war nach dem Wettkampf mit seinen Schützlingen sehr zufrieden. Es ist zu hoffen, dass die Knieprobleme von Alain Bregenzer bald Vergangenheit sind, damit er in drei Wochen mit seinen Kollegen an die SMJ nach Chiasso fahren kann.

Jonas Huwyler holt Kranz
Jonas Huwiler startete im P5. Es war sein erster Wettkampf in diesem Jahr. Die 76.55 Punkte sind beachtlich. Sie brachten ihm den 9. Schlussrang und schmückten ihn mit dem traditionellen Turnerkranz. Jonas zeigte mit einem Kasamatsu den viertbesten Sprung. Am Boden turnte Jonas eine der schwierigsten Übungen. Nicht am Start war Iman Clayton. Wegen Schulterproblemen kann er im Moment nur reduziert trainieren.

P6 Turner nicht fehlerfrei
In der Königsklasse P6 konnte das Duo Fabien Herzog und Dominic Tamsel den ganzen 6-Kampf durchturnen. Beide Turner zeigten neue Elemente in ihren Übungen. Fabien sprang das erste Mal über den Sprungtisch den Kasamatsu mit einer zusätzlichen Schraube. Für Dominic war es gar der erste wettkampfmässige Kasamatsu. Unglücklich verlief für beide der Reckstart. Während Fabien beim Yamawaki die Stange verfehlte, war für  Dominic bei der Katschew-Grätsche das Reck ausser Reichweite. Beide rissen sich zusammen, wiederholten ihre Flugelemente mit Erfolg und hängten problemlos noch ein zweites Flugelement an. Nach schönen und sauberen Bodenübungen (Fabien mit hohem Doppeltwist) stolperten sowohl Fabien und Dominic am Zittergerät Pferdpauschen bei den Flop-Verbindungen auf einem Pauschen. Dominic schnappte sich mit Rang 10 und 72.95 Punkten gerade noch den letzten Topten-Platz. Für Fabien gab’s Rang 20 mit 68.70 Punkten.

Zu erwähnen ist, dass es mit dem neuen Olympia-Zyklus Strukturänderungen im Code de Pointage gegeben hat. So liegen die Endnoten an jedem Gerät automatisch um einen halben Punkt tiefer als noch 2016!

Vor dem P6-Wettkampf wurden anlässlich des Jubiläums „100 Zürcher Kunstturnertage“ alle ehemaligen Sieger speziell geehrt. Unter ihnen natürlich auch der Cheftrainer Martin Weibel, welcher 1998 in Rüti den Kunstturnertag gewinnen konnte. Auch 19 Jahre später ein grosses BRAVO und „Guet Gmacht“. 10 Jahre später – 2008 – gewann übrigens Silvan Honauer. Da er aber so früh am Morgen aus dem Bett musste, war er zum Zeitpunkt der Ehrungen schon wieder zu Hause am Träumen.

Ranglisten

Bericht: Esther und Daniel Tamsel
Fotos: Thomas Huwyler