Prix Chapeau für Marcel Wolfisberg

 «Turnen ist unsere Leidenschaft.» Mit diesem Leitsatz im Rücken realisierte das Team um Marcel Wolfisberg die «Turnwerkstatt Zentralschweiz». Der Neuenkircher durfte am vergangenen Donnerstag dafür den «Prix Chapeau» entgegennehmen.

Nach über 20 Jahren musste der Kunstturnerverband LU/OW/NW 2016 den damaligen Regionalen Leistungszentrum Standort in Littau verlassen. Das Gebäude musste einer neuen Wohnüberbauung weichen. 

«Ohne einen neuen Standort hätte das Kunstturnen in der Zentralschweiz keine Zukunft mehr gehabt», meint Marcel Wolfisberg, der sich diesem Projekt annahm. Nach langer und intensiver Suche hat der Kunstturnerverband in Malters in Form von einer ehemaligen Industriehalle von 1000 Quadratmetern Grösse und einer Höhe von 7,5 Metern einen idealen Standort gefunden. Die Halle wurde für 1,2 Millionen Franken, die Wolfisberg und sein Team in knapp 17 Monaten beisammen hatten, auf die Bedürfnisse der Kunstturner umgebaut. Eine eigens für die Realisierung dieses Projekts gegründete Stiftung war zusätzliche Unterstützung, weshalb es auch vom Projektstart bis zum ersten Training nur acht Monate dauerte. Der Projektabschluss erfolgte im Oktober 2017. Entstanden sind ein Gerätepodium mit Schnitzelgrube und eine Trampolinlandschaft, ein Schaukelringgerüst sowie der grösste Indoor-Spielplatz der Zentralschweiz. Ausserdem wurden Räume für moderne Sportarten zusätzlich geschaffen. Die neue Turnplattform trägt den Namen «Turnwerkstatt Zentralschweiz». «Wir verbinden den spielerischen Einstieg, unterstützen den Breitensport und fördern den Spitzensport» heisst es im Konzept. Die Turnwerkstatt in Malters bietet somit allen Interessenten eine optimale Infrastruktur für ihre Aktivitäten.

Indoor-Spielplatz errichtet

«Das war sozusagen mein Kind in den letzten Jahren», so Marcel Wolfisberg aus Neuenkirch, der das Organisationskomitee für das Projekt ehrenamtlich leitete. Im Vordergrund stand nicht nur die Errichtung der Infrastruktur, um Kunstturnen auf Spitzenniveau zu betreiben, sondern auch die Erstellung von zusätzlichen Trainings- und Nebenräumen, um die Turnwerkstatt betriebswirtschaftlich nachhaltig zu sichern. So wird die Turnwerkstatt jeden Montag-, Mittwoch- und Freitagmorgen zum grössten überdachten Spielplatz der Schweiz. Für jeweils zwei Stunden können sich Kinder zwischen einem und fünf Jahren auf viele verschiedene Möglichkeiten spielend und koordinativ beschäftigen. Diverse Balancierbretter, die Schnitzelgrube aus Schaumstoff, die vielen Gymnastikbälle oder gar das Trampolin bieten dazu die Gelegenheit.

Optimale Rahmenbedingungen

Im regionalen Leistungszentrum wird die Basis für eine Karriere im Kunstturnen gelegt. Hier trainieren  die rund 40 besten Kunstturner im Alter von 7 bis 20 Jahren bis zu 8-mal pro Woche unter der Anleitung von professionellen Trainern. Der Kunstturnerverband sorgt dabei für die entsprechenden Rahmenbedingungen, stellt die Infrastruktur in Form einer fix eingerichteten Kunstturnerhalle zur Verfügung und unterstützt die Athleten durch medizinische Betreuung und mit einer gezielten Planung von Schule und Sport. So wirbt auch Kevin Rossi aus Neuenkirch, der Mitglied des Nationalkaders Kunstturnen Männer war, als Botschafter  für die Turnwerkstatt: «Sie ist  wichtig  für den  Kunstturnnachwuchs  und den ganzen Turnsport in der Zentralschweiz!»

Nach Gisin folgt Wolfisberg

Für seine geleistete Arbeit durfte Marcel Wolfisberg vergangenen Donnerstagabend den «Prix Chapeau» entgegennehmen, der vom Panathlon-Club Luzern jedes Jahr vergeben wird. Gewürdigt werden dabei aussergewöhnliche Leistungen im Sport oder Engagement für Projekte. Zu Ehren kommen aber auch Sportlerinnen und Sportler, die sich in schwierigen Phasen ihrer Karriere Herausforderungen  stellen  müssen  –  diese  annehmen  und nicht aufgeben. Letztes Jahr wurde der Preis an Skialpinfahrer Marc Gisin vergeben, der grossen  Durchhaltewillen nach schwierigen Phasen bewies, und dieses Jahr ist es Marcel Wolfisberg, der die Ehre hat. «Für das Projekt Turnwerkstatt Zentralschweiz war Marcel Wolfisberg die Lokomotive mit grosser Zugkraft, die eine schnelle und zukunftssichernde Umsetzung ermöglichte», so Markus Kälin, Vize Präsident des Panathlon-Clubs Luzern. Für Marcel Wolfisberg hingegen war die Nominierung für den Prix Chapeau eine grosse Überraschung: «Es freut mich natürlich extrem. Der Preis ist eine grosse Anerkennung für die  getane  Arbeit,  aber auch ein Verdienst für die ganze Organisation  Turnwerkstatt   Zentralschweiz», so Wolfisberg.

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Bericht: Sempacher Woche (KATRIN PETKOVIC/PD)

Panathlon-Club